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In Urkunden aus den Jahren 1346
und 1348 taucht dann die Bezeichnung Chornpach auf und 1386 soll es
“bei der Weiczenstat im Kornpach” geheißen haben. Die heutige
Schreibweise wird erstmals 1499 genannt.
Bis zur Eingemeindung nach
Gefrees, am 1.Juli 1972, bildete Kornbach mit dem Weiler Haidlas und
dem Gut Knopfhammer eine selbstständige Gemeinde. Am gleichen Tag
vollzog sich auch die “Übersiedlung” in den Landkreis Bayreuth,
nachdem der Ort 1929 schon einmal die Herrschaft gewechselt hatte.
Damals wurde das Bezirksamt
Berneck im Zuge der Staatsvereinfachung aufgelöst und Kornbach
dem Bezirksamt Münchberg ein- verleibt. Die Stadt Gefrees kam erst
im Juli 1931 nach Münchberg.
Es lohnt sich jedoch, die
Geschichte noch ein wenig weiter zurück zu blättern. Zur Zeit der
ersten urkundlichen Erwähnung gehörten die beiden
Kornbach zu einer Gruppe von Dörfern,
die damals im Lehenverzeichnis
der Grafen von Henneberg vermerkt und dicht um Gefrees
angesiedelt waren. 1436 grenzte ostwärts eine Gruppe um den
Rudolfstein an. Es waren dies die später auch erwähnten Lehen der
Herren von Hirschberg.
1346 erscheint auch Haidlas als
hirschbergisch.
Vorübergehend in den Besitz
des Klosters Waldsassen gelangt, verkaufte dessen Abt 1347 das
Rudolfsteiner Amt an de Nürn- berger Burggrafen. Ein Jahr vorher
hatte das Kloster gegenüber den Hirschbergern ausdrücklich auf
Ansprüche in Bischofsgrün,
Birnstengel, Kornbach und
Haidlas verzichtet. Während die Herrschaft Rudolfstein ( Amt Weißenstadt
) burggräflich hohenzollerisch war, gehörten die
Gebiete um Gefrees denen von Hirschberg. 1360 wurden diese
vermutlich gezwungen, ihre im Landgericht Gefrees gelegenen Güter
zu verkaufen. Ein Jahr später folgte die Burg Grünstein, womit das
gesamte Gebiet burggräflich geworden war.
Für die betroffenen
Ortschaften sollte dies nicht zum Nachteil
gereichen, denn unter den
Burggrafen und späteren Markgrafen blühte die Wirtschaft mächtig
auf und für das Fichtelgebirge brach ein bedeutsames Zeitalter an.
Es wurden Bergwerke angelegt und Hammerwerke entstanden
zur Verarbeitung des gefundenen Erzes. In dieser Zeit mag
auch der Knopfhammer gegründet worden sein, von dem im Bernecker
Landbuch des Jahres 1536 die Rede ist: “Hans Knopf, Hammermeister,
hat 1 Hammer von der Herrschaft.” Wenn ein Kriegszug bevorstand,
hatte der Hans Knopf das Eisen für zwei Wagen, zwei Schaufel und
zwei Hauen abzuliefern.
Erwähnenswert in diesen
Zusammenhang ist auch, was Pfarrer Anton Christian David Ellrodt in
seinen Vermächtnis über das Gefreeser Land dazu schreibt. Seiner
Schilderung nach hat es unweit von Tannenreuth und Kornbach einen
Hammer und eine Schmelzhütte gegeben, die “Hoffnung zu Gott”
genannt.
Weiter schreibt der königlich-bayerische
Kapitelsenior:
“Der Kornbacher Eisenhammer,
gewöhnlich Knopfhammer genannt,
der eine gute Viertelstunde
davon entfernt ist, soll früher dem Gefreeser Markt-Weiher ohnweit
Tannenreuth gestanden haben. Ein Oleum-Bergwerk wurde hier in der Nähe
noch im Jahr 1757 betrieben, denn nach dem Register der Verstorbenen
von diesen Jahre ist der Johann Jahreiß, welcher auf dem Bergwerk
an einer Pumpe arbeitete, in den Schacht gefallen und wurde
beerdigt.” Mit Oleum ist hier wahrscheinlich Speckstein ge- meint,
der damals im Fichtelgebirge zuhauf abgebaut wurde.
1346 wird urkundlich die
Siedlung Berngrün erwähnt, an die noch heute ein Flurname
erinnert. Wann sie untergegangen ist, vermag niemand zu sagen, ihr
Name läßt sich bis auf die Zeit zurückverfolgen, als sich der
Graf Beringer mit seinen berühmten Landsmann und Zeitgenossen,
den Bischof von Meran, um den Aufbau der fichtelbergischen Gegend
bei Berneck, Gefrees und Bischofsgrün von 1102 bis 1139 sehr
verdient gemacht hat. In den Ortsnamen Berneck,
Bernreuth, Bernbächlein und Berngrün hat sich dieser Graf Beringer
auf immer verewigt.
Aus einen Landbucheintrag geht
hervor, daß Kornbach im Jahre 1499 aus 15 Höfen, einen Wirtshaus,
einer Mühle und einer Schmiede bestanden hat. In Haidlas gab es zur
selben Zeit zwei Höfe, deren Bewohner Bienenhonig und Wildbret an
die Herr- schaft in Kulmbach ( Plassenburg ) abzuliefern hatten.
1860 zählte das Dorf sechs Häuser
( fünf Bauernhäuser und ein Gemeindehaus, in dem zwei
Hirtenfamilien wohnten ).
In dieser stillen
Beschaulichkeit lebten die Kornbacher nicht immer, vor allen nicht
mehr, wenn das Kriegsvolk die Gegend unsicher machte. Nur allzu oft
wurde der Ort immer wieder das schreckliche Los der Plünderung und
Verheerung zuteil. Die bedauernswerten Menschen wurden in
mittelalterlichen Kriegen zerstreut, erschlagen oder fortgeführt.
Dieses Schicksal teilten die Kornbacher vor allen in der
mordbrennerischen Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In wenigen
Tagen lagen die Orte Grünstein, Gefrees, Berneck, Münchberg und
Weißenstadt in Schutt und Asche. Und in Gefrees wurde seinerzeit
die schreckliche Kunde festgehalten:
“1643 sind am 8. Juli zweitausend Mann hier eingefallen, haben gefüttert,
sind dann in alle Häuser eingebrochen, haben diese ausgeplündert
und lediglich das Pfarrhaus verschont.”
Vor solchen Raubzügen blieben
auch die Kornbacher nicht verschont. Kein Wunder, daß sie
sich fast zwanzig Jahre nicht zurück in ihren Ort gewagt haben. Während
dieser Zeit muß das Dorf völlig verlassen gewesen sein, denn im
Jahre 1634 kommt im Kirchenbuch von Bischofsgrün ( wohin Kornbach
eingepfarrt war ) nur noch eine einzige Kindstaufe vor, dann keine
mehr bis 1652. Abscheu und Entsetzen brachte dieser Krieg, der fast
ganz Europa ausbluten ließ.
Nur gut, daß es dazwischen
immer wieder auch friedlichere Zeiten gegeben hat, in denen sich das
leidgeprüfte Volk von den Grausamkeiten erholen konnte, soweit es
nicht totgeschla- gen war. Das müssen damals überaus bodenständige
Menschen mit einer beneidenswerten Beharrlichkeit gewesen sein. So
wie diese Leute im Kornbacher Ländchen.
Erschienen am 5.2.1985 im
Gemeindeblatt Gefrees anlässlich des Ski-Marathons.
Verfasser: Heinz Wolfrum
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